„Insel der Zusammenkunft“ – das bedeutet der französische Name einer der wohl abwechslungsreichsten Inseln der Welt. Auf nur knapp 2.500 km2 sammelt sich auf La Réunion eine atemberaubende Natur und eine Vielfalt an Kultur und Menschen.

Die Insel ist beim Ausbruch des Piton des Neiges vor rund drei Millionen Jahren entstanden. Zusammen mit dem Piton de la Fournaise gehört der Vulkan zu den Hauptanziehungspunkten der Insel. Noch heute brodelt es unter der Erdoberfläche und es kommt immer wieder zu Eruptionen. Fährt man entlang der Küste sind die Auswirkungen der Ausbrüche zum Teil noch gut sichtbar. Bis ins Meer reicht das karge schwarze Gestein, das alles unter sich begraben hat und nichts als Asche hinter sich gelassen hat. Ein mystischer Anblick der einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

Auf La Réunion holt man sich am besten ein Mietwagen, so ist man flexibel und erreicht alles am besten.

 

Tag I – Salazie / Hell-Bourg

Am ersten Tag zieht es uns in die Berge – in das Dörfchen Hell-Bourg im Cirque de Salazie im Zentrum der Insel auf rund 930 Meter über dem Meeresspiegel. Die malerischen bunten Fassaden sind der kreolischen Kultur zu verdanken. Die Luft hier oben ist schon deutlich frischer als an der Küste, es empfiehlt sich ein extra Pullover einzupacken und eventuell auch ein Regencape – wie wir feststellen durften. Schon die Fahrt nach Hell-Bourg ist faszinierend. Dank des feuchten Klimas scheinen die Berghänge von grüner Watte eingepackt zu sein, an denen alle paar hundert Meter ein Wasserfall in die Tiefen stürzt.

 

 

Unser Hotel, das Le Relais des Cimes ist ein kleines Hotel im kreolischen Stil mit einfachen aber sehr schön eingerichteten Zimmern, das im Zentrum von Hell-Bourg liegt. Dieses charmante Haus ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen im Cirque de Salazie. Das Hotel liegt am Fuße des 3 070 m hohen Piton des Neiges, den man vor allem morgens im ersten Sonnenlicht bewundern kann.

 

 

 

Tag II – Südost-Küste und Bourg Murat

Am nächsten Tag geht es wieder Richtung Meer. Das Wetter wird wieder besser, die Luft immer wärmer.

Wir fahren entlang der Lavastraße wo im April 2007 der Piton de la Fournaise sein Unheil angerichtet hat. Eine schwarze, karge Mondlandschaft breitet sich plötzlich vor unseren Augen aus. Nach und nach bilden sich wieder weiße Flechten auf den erstarrten Lavasteinen und zeugen von der Fruchtbarkeit der Lavafelder. Die Lava kam erst im Meer zum Erstarren, so hat sich neues Land gebildet. Es ist eine der ungewöhnlichsten und gleichzeitig beeindruckendsten Landschaften der Insel.

 

Wir fahren weiter bis zum Ort Saint-Rose mit der Kirche Notre Dame des Laves mit ihrer unglaublichen Geschichte. Während beim Ausbruch 1977 die heiße Lava alles zerstörte, floß der Lavastrom einfach um die Kirche herum ohne sie zu beschädigen. Noch heute kann ma die Lavaflut, die vor der Kirche erstarrte, sehen. Eine kleine Treppe führt über die erkalteten Steine hinab zum Eingang.

 

 

Unsere Reise geht weiter über das verschlafene Saint Philippe, wo wir nur zum Glück etwas zu essen finden. Eine Frau zaubert uns in einem kleinen, unscheinbaren Restaurant in kreolischem Stil ein einheimisches Gericht aus fettem Schweinefleisch – hervorragend!

 

Gestärkt kommen wir im 1.500m hohem Bourg-Murat an. Das Hotel L’Ecrin liegt in der Region der Ebene von Kaffern. Nur 150m entfernt befindet sich das Museum „La Cité du Volcan“, das mit seinem interessanten Einblick in die Vulkane der Insel auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

 

Tag III – St Pierres

In St Pierres erwartet uns das schönste Hotel der Rundreise – das Le Domaine des Pierres. Die einzelnen sehr schönen Bungalows liegen inmitten eines exotischen Parks mit Pool, Palmen und anderen exotischen Pflanzen. Sogar Rotwild begegnet einem beim Spaziergang durch die tropische Anlage. Das Hotel liegt, obwohl nahe einer Straße, sehr ruhig. Beim Aufstehen hört man einzig das Zwitschern der Vögel und Grillen der Zirpen. Genau der richtige Zwischenstopp für eine Rundreise.


 

Tag IV: Piton de la Fournaise

Am nächsten Tag wartet der wohl spektakulärste Tag unserer Rundreise auf uns. Die Fahrt zum Piton de la Fournaise. Der 2.632m hohe Vulkan gehört zu den aktivsten der Welt und liegt im Südosten von La Réunion. Schon auf der Fahrt dahin zeigt sich uns eine atemberaubende, fast surreale Landschaft. Schwarzes Lavageröll, unwirtlicher Boden und kantige Felsen zeugen von der Naturgewalt. Wenn der Nebel dann noch um die Krater zieht, scheint es als würde Rauch aus dem Erdinneren aufsteigen und als wäre die nächste Eruption nicht mehr weit entfernt. Wer die Krater ganz nah erleben will, kann dies auf einem der Fußwanderwege machen. Da der Vulkan aber nach wie vor aktiv ist kann es sein, dass Wege und Zugänge gesperrt sind. Die schnellen Wetterumschwünge sollten auf jeden Fall immer mit einberechnet werden.

 

Tag V: St Gilles les Baines:

Unsere letzte Station ist der Badeort St. Gilles les Baines an der Westküste der Insel mit seinen Sandstränden Boucan, Canot, Roches Noires, La Saline-Les-Bains und L’Ermitage. Wie der Name schon sagt, hat sich der einst einfache Fischerort zu einem der beliebtesten Orte zum Baden entwickelt und ist ein Touristenziel geworden.

Das zeigt sich auch an unserem Hotel – Recif. Von Ruhe ist nicht mehr viel zu merken. Hier sollte man sich bewusst sein, dass es auch mal lauter werden kann.

 

Vor unserem Abflug sehen wir uns noch die Hauptstadt St. Denis im Norden an. Mit knapp 150.000 Einwohnern ist St Denis die größte Stadt der Insel und bietet ein paar Boutiquen und Cafés, ist aber in wenigen Stunden gesehen.

La Réunion ist auf jeden Fall eine Reise wert. In fünf Tagen kann man die wichtigsten Höhepunkte der Insel erkunden. Wer zusätzlich viel wandern möchte, sollte aber noch mehr Tage einplanen.